„WIR“ Konzert für Geflüchtete und Helfer*innen

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11.10.15 München - Konzert: Wir Stimmen für geflüchtete Header
Mehr als 25.000 Menschen kamen am Sonntag den 11. Oktober zum Konzert „WIR. Stimmen für geflüchtete Menschen“ auf den Münchner Königsplatz.

Die Karten waren am Dienstag bereits nach wenigen Stunden komplett verteilt. Organisiert wurde das Konzert von Bellevue di Monaco, der Stadt München und den Sportfreunden Stiller, als Dankeschön für die Menschen, die die Geflüchteten am Hauptbahnhof begrüßt und willkommen geheißen hatten. Eröffnet wurde das Konzert mit einer Rede des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter (SPD), der sich auch noch mal für die Hilfsbereitschaft der Münchner*innen bedankte und anschließend mit Gitarre und zusammen mit der Band Dreiviertelblut den Song „Mia san ned nur mia“ spielte.

11.10.15 München - Konzert: Wir Stimmen für geflüchtete Dieter Reiter Dreiviertelblut
Dieter Reiter (SPD) auf der Bühne mit der Band Dreiviertelblut

Ein Highlight war sicherlich der Auftritt von Aeham Ahmadauf zusammen mit der Musikerin Judith Holofernes. Der palästinensische Flüchtling und studierte Pianist erlangte Anfang des Jahres ungeahnte Berühmtheit, als er im Flüchtlingslager Jarmuk, mitten im Syrischen Kriegsgebiet, Klavier spielte. Nachdem Mitglieder des Islamischen Staats sein Klavier verbrannt hatten, floh Aeham in Richtung Europäische Union und landete schließlich in Deutschland. Auf der Bühne in München strahlte er vor Freude und Glück und spielte ein Lied aus seiner Heimat.

11.10.15 München - Konzert: Wir Stimmen für geflüchtete Aeham Ahmadauf
Aeham Ahmadauf am Piano

Als weitere Künstler*innen traten auf: Herbert Grönemeyer, The Notwist, Wolfgang Niedecken mit Band, Donots, Wanda, Fettes Brot, Roger und Schu vs. Blumentopf, Bosse, Michael Mittermeier und Schlachthofbronx.

Ein sichtlich gelungener Abend für alle Besucher*innen und für die Stadt München. Diese hat in den letzten Monaten gezeigt, dass viele bereit sind anzupacken, wenn es darum geht Geflüchtete willkommen zu heißen und sie mit dem Nötigsten zu versorgen. Jedoch muss man hier aufmerksam bleiben, denn staatliche Aufgaben sollten nicht einfach auf die Bürger*innen übertragen werden. Die Grundversorgung der ankommenden Geflüchteten ist ein klares Beispiel dafür, die im Jahr 2015 ohne Probleme auch durch staatliche Stellen möglich gewesen wäre, wenn man sich rechtzeitig darauf vorbereitet hätte. Doch erst als Münchner Bürger*innen den Stein ins Rollen brachten und als freiwillige Helfer*innen Lebensmittel- und Kleiderspenden am Hauptbahnhof verteilten, begannen auch die staatlichen und städtischen Stellen zu reagieren und die Hilfe zu koordinieren.

Ein Gedanke zu „„WIR“ Konzert für Geflüchtete und Helfer*innen“

  1. Hallo reflektierter Bengel,
    hallo Ihr Leser hier,

    ….“Doch erst als Münchner BürgerInnen den Stein ins Rollen brachten und als freiwillige Helfer Lebensmittel- und Kleiderspenden am Hauptbahnhof verteilten, begannen auch die staatlichen und städtischen Stellen zu reagieren und die Hilfe zu koordinieren.“

    mir ist wichtig zu vervollständigen, dass im ersten Satz für mich unbedingt
    “ Doch erst
    nach knapp zwei Wochen!!!
    …als Münchner BürgerInnen den Stein …….
    stehen muss.
    Ja, wir Helfer haben viele, viele Tage tausende und abertausende Babyartikel,
    jede einzelne Kleiderspende, auch jedes einzelne Nahrungszutat von Bürgern und Supermärkten erbettelt; ich möchte denken, es war so am 12. Tag, kann ich aber nicht mehr ich genau auf den Tag festlegen, evtl. 14, bis irgendein handelndes Signal der Regierung zum Thema kam. x- zehntausende MENSCHEN später..
    Wir haben uns als Ehrenamtliche komplett selbst organisiert, über soziale Medien und jedes einzelne Teil als Spenden aus der Bevölkerung erbeten.
    Einzig Wasser wurde ca. ab Tag zwei ( was den Hbf anbelangt) von der Regierung via eines Supermarktes gestellt.

    Die KRAFT UND DIE MÖGLICHKEIT in dieser Situation liegt in der Vernetzung der MENSCHEN in diesem Land. Für die MENSCHEN, die uns brauchen, side by side. Lassen wir uns in keinster Weise demoralisieren, so schwierig es mitunter auch sein mag. Es ist möglich.
    Mit Dir, und Dir und Dir und mir; jedem Menschen, der merkt, es geht um pure, gelebte! Humanität. Jetzt!
    Packen wir weiter an- wenn München ( und somit die Aussetzung der tausenden von Ehrenamtlichen und ihrer Kraft) eben gerade als Politikum missbraucht werden soll, dann setzen wir ein z.B. ein Zeichen als „München hilft mobil“ und helfen gemeinsam, wo es an anderen Orten not- wendend ist. Wir können soooo schnell heute reagieren, die Situation lässt es nicht zu, auf die Politik zu warten. Gut so! Danke Euch allen, Ihr seid das Wunder :-)

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