Spontandemonstration für Geflüchtete in Milbertshofen

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Nachdem es in der Nacht von Donnerstag auf Freitag einen Brandanschlag auf eine zukünftige Geflüchtetenunterkunft in Milbertshofen geben hatte, versammelten sich am Sonntagabend den 6. März rund 60 Antifaschist*innen vor der Unterkunft.

Drei jugendliche Täter hatten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag versucht, die sich noch im Bau befindende Geflüchtetenunterkunft mit mehreren Molotowcocktails anzuzünden. Als dies nicht gelang, schütteten sie Benzin über einen Schlauch, der zum Beheizen mehrere Container genutzt wurde und versuchten auch diesen zu entzünden.

06.03.16 München - Spontandemonstration in Milbertshofen
Die Flüchtlingsunterkunft in der Neuherbergstraße 28

Am nächsten Morgen entdeckten Arbeiter die Schäden an dem Heizschlauch und informierten die Polizei. Diese konnte die Täter in der nächsten Nacht auf frischer Tat ertappen. Die drei Jugendlichen im Alter von 16 und 17 trugen selbst gebastelte Molotowcocktails und Feuerzeuge bei sich und waren offensichtlich auf dem Weg zur Unterkunft.

Dies veranlasste rund 60 Antifaschist*innen, sich am Sonntagabend vor der zukünftigen Geflüchtetenunterkunft zu versammeln und sich solidarisch mit allen Geflüchteten zu erklären. Anschließend zog man mit einer Spontandemonstration und laustarken Sprechchören durch Milbertshofen – Am Hart und informierte Anwohner*innen mit Flyern über die Geschehnisse. Die Polizei lies sich reichlich Zeit und war erst nach ca. 40 Minuten mit einem einzigen Zivilfahrzeug vor Ort.

06.03.16 München - Spontandemonstration in Milbertshofen
Fronttransparent des Demonstrationszugs in Milbertshofen

Auf der Baustelle der Flüchtlingsunterkunft hatten Unbekannte schon im Dezember 2015 mehrfach randaliert und dabei einen Sachschaden von 12.000 € an Baumaschinen verursacht. Die Polizei konnte die Täter*innen damals nicht fassen.