Solidaritätsaktionen für die Opfer in Suruc

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Nach dem Selbstmordanschlag auf das linke Kulturzentrum Amara in der südtürkischen Kleinstadt Suruc, bei dem mehr als 30 Menschen starben, gab es am Dienstag den 21. Juli mehrere Solidaritätsaktionen in München.

Gegen 16:00 Uhr besetzten mehrere Aktivist*innen vom Bündnis „Münchner Solidarität für Rojava“ die SPD Zentrale, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Bundesregierung den Islamischen Staat (IS) indirekt unterstützt. Ihre Forderungen waren unter anderem: der sofortige Stopp von Waffenexporten in die Region, die Aufhebung des PKK-Verbotes, die Freilassung aller politischen Gefangenen, die Anerkennung aller Geflüchteten und ein Stopp der Unterstützung des türkischen Staats durch die Bundesregierung. Gegen 18:00 Uhr wurde die SPD-Zentrale von den Aktivist*innen freiwillig geräumt, um sich an der Solidaritätskundgebung am Sendlinger Tor zu beteiligen.

21.07.15 München - Solidarität mit Suruc
Demozug auf der Sonnenstraße

Die Solidaritätsdemo mit etwa 250 Teilnehmer*innen zog lautstark mit Sprechchören auf deutsch und kurdisch in Richtung Karlsplatz Stachus. Hier kam es vermehrt zu Provokationen durch vermutlich türkische Nationalisten. Eine Person versuchte um sich schlagend in die Nähe der Demo zu gelangen und wurde durch die Polizei festgenommen. Im weiteren Verlauf der Demo durch das Bahnhofsviertel und zurück zum Sendlinger Tor blieb es ruhig.

21.07.15 München - Solidarität mit Suruc
Provokationen durch einen vermutlich türkischen Nationalisten

Was ist in Suruc passiert?

Am Montag den 20. Juli gab es in der südtürkischen Kleinstadt Suruc einen Selbstmordanschlag auf das linke Kulturzentrum Amara und die dort stattfindende Pressekonferenz. Die etwa 300 Teilnehmer*innen hatten sich unter dem Motto: „Wir haben Kobani gemeinsam verteidigt – wir werden es gemeinsam wieder aufbauen“ versammelt und wollten in den nächsten Tagen in Kobani beim Wideraufbau helfen.

Der IS versuchte seit 2013 die durch die nähe zur Türkei strategisch wichtige Stadt Kobani einzunehmen. Diese wurde jedoch durch kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) verteidigt und Anfang 2015 vollständig vom IS befreit. Die mehr als 30 Opfer und über 100 Verletzten stammen aus verschiedenen türkischen Großstädten. Zeitgleich wurden bei einem versuchten Anschlag mit einem sprengstoffbeladenen Auto in Kobani zwei YPG Mitglieder getötet, die den Anschlag verhindert hatten. Noch hat sich niemand zu den Anschlägen bekannt.

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