Rosenheim – keine Stadt für Neonazis

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Am Samstag, den 29. August demonstrierte die extrem Rechte Partei Die Rechte in Rosenheim.

Zuvor hatte Peter Meidl (Stellv. Kreisvorsitzender Die Rechte Rosenheim) wochenlang auf zahlreichen rechten Kundgebungen und Demos Werbung für „seine“ Demo in Rosenheim gemacht. Rund 100 Personen folgten seinem Aufruf und trafen wie immer unpünktlich am Bahnhof in Rosenheim ein. Die Polizei hatte hier einen Kessel aus Hamburger Gittern aufgebaut, in dem sich die Rechten versammelten.

Als Victoria Grasser (Lebensgefährtin von Philipp Hasselbach) die Kundgebung eröffnete, zog eine große Gruppe Antifaschist*innen die Aufmarschstrecke der Nazis mit lauten „Siamo Tutti Antifascisti! – Wir sind alle Antifaschisten!“ rufen entlang und ließen sich zu einer großen Sitzblockade nieder. Die Polizei schien sichtlich überrascht und stellte sich vor der Blockade auf. Währenddessen hielt Philipp Hasselbach (Kreisvorsitzender Die Rechte München) nahezu die gleiche Rede, die er schon bei den zahlreichen Die Rechte Kundgebung in München gehalten hatte.

Ca. 100 Nazis versammelten sich am Rosenheimer Bahnhof
Ca. 100 Nazis versammelten sich am Rosenheimer Bahnhof

Nach einiger Zeit stellten sich die Neonazis zur Demonstration auf, was kleinere Gruppen an Gegendemonstrant*innen zum Anlass nahmen sich zu weiteren Sitzblockaden in den Nebenstraßen zusammenzuschließen. Diesmal reagierte die Polizei schneller und räumte die ersten zwei Sitzblockaden gewaltsam. Jedoch entstanden schon die nächsten Blockaden, so dass den Nazis nur noch eine Route zum Marschieren blieb. Auf dieser Strecke wurden dann mit Sprechchören wie „Nationaler Sozialismus jetzt!“ und „Wir sind das Volk“ los marschiert.

Die Nazis stellen sich zur Demo auf
Die Nazis stellen sich zur Demo auf

Nach hundert Metern war dann jedoch Schluss und die Neonazis standen sich erst einmal eine weile die Beine in den Bauch. Denn erneut saßen zahlreiche Menschen auf der Straße und verhakten sich zu einer Blockade. Nachdem Philipp Hasselbach mehrfach mit der Einsatzleitung diskutiert und eine Räumung der Sitzblockade gefordert hatte, ging es doch wieder zurück zum Bahnhof. Hier versuchten die Nazis eine Demo im nahegelegenen Kolbermoor anzumelden, um den Gegenprotest zu umgehen. Dies wurde ihnen jedoch von der Polizei nicht genehmigt, so dass erneut eine Kundgebung vor dem Bahnhof angemeldet wurde.

Die Polizei räumt eine Sitzblockade gewaltsam
Die Polizei räumt eine Sitzblockade gewaltsam

Hier sprachen als Redner: Peter Meidl dem aus noch unbekannten Gründen der Taxischein entzogen wurde, Nadine Hofmann (Stellv. Landesvorsitzende Die Rechte), Manfred Waldukat (Stellv. Landesvorsitzender NPD) und Dan Eising (Aktivist des Kreisverbandes Die Rechte Nürnberg). Die Reden waren von Hetze gegen Geflüchtete, die Regierung, Politiker und Gegendemonstrant*innen geprägt. So forderte unter anderem Peter Meidl den sofortigen Rücktritt der Bundesregierung, da diese „das Volk“ nicht vertreten würde.

Phillip Hasselbach (Kreisvorsitzender Die Rechte München) hält die immer gleiche Rede
Phillip Hasselbach (Kreisvorsitzender Die Rechte München) hält die immer gleiche Rede

Verbindungen zwischen Pegida München und Die Rechte

Zahlreiche Demonstrant*innen der Kundgebung waren in den vergangen Wochen Teilnehmer*innen der montäglichen Pegida München Aufmärsche. Darunter: Susanne H. (Organisatorin Pegida Bregenz), Jan R. und Marion B. Dies zeigt deutlich wie schon bei der Kundgebung der Partei Der III. Weg am 15. August, dass große Teile der Münchner Pegida Bewegung dem extrem rechten Spektrum zuzuordnen sind.

In letzter Zeit läuft es nicht gut für Die Rechte um Philipp Hasselbach. Vorherige Woche war eine Kundgebung in München von zahlreichen Gegendemonstrant*innen niedergebrüllt worden, so das kein Wort der rechten Propaganda zu verstehen war und nun die Demo pleite ihn Rosenheim.

Zur Gegendemo hatten zahlreiche Organisationen, Vereine und Parteien aufgerufen die sich zusammen im Bündnis Rosenheim nazifrei bündeln. Die Bürger*innen aus Rosenheim und Umgebung haben an diesem Samstag gezeigt, das sie Antifaschismus leben und dazu bereit sind sich Neonazis in den Weg zu stellen.

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