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Über 150 Demonstrant*innen beteiligten sich an der diesjährigen Demonstration gegen den 1000 Kreuze Marsch. Jedes Jahr versammeln sich in Salzburg christliche Fundamentalist*innen, um mit einer Prozession aus weißen Holzkreuzen durch den Ort zu ziehen und gegen die Abtreibung „ungeborenen Lebens“ zu demonstrieren. Den eigentlichen Marsch hatten die christlichen Fundamentalist*innen in diesem Jahr jedoch vorverlegt, um dem Gegenprotest aus dem Weg zu gehen.

Sie bezeichnen sich selbst als Lebensschützer*innen die das „ungeborene Leben“ um jeden Preis beschützen wollen. Ihre Demonstrationen leben von dem Mythos, dass in Deutschland und Österreich täglich 1000 Kinder abgetrieben und damit „getötet“ werden. Ärzt*innen, die Frauen bei einem Schwangerschaftsabbruch unterstützten, werden von ihnen als Mörder*innen stilisiert, die täglich „Kindstötungen“ durchführen würden. Die Abtreibung verstehen sie als direkten Angriff auf das Christentum und Gott selbst. Sie sprechen von einem „Post-Abortion-Syndrom“, das angeblich nach einer Abtreibung auftritt, für das es jedoch keine wissenschaftlichen Nachweise gibt. Die Anhänger*innen haben meist ein sexistisches, antifeministisches bis homophobes Weltbild und lehnen jede Form der Abtreibung und Verhütung ab.

Die Prozessionen laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Anhänger*innen bekommen weiße Holzkreuze in die Hand gedrückt und tragen diese dann durch die jeweilige Stadt. Gleichzeitig werden gemeinsam Kirchenlieder gesungen und ein Schrein, auf dem die “Mutter des Lebens für Europa” abgebildet ist, durch die Straßen getragen. Zum Abschluss werfen die Fundamentalist*innen Blumen in einen Fluss, die symbolisch für die täglich „getöteten“ Kinder stehen. Organisiert wird der 1000 Kreuze Marsch jährlich von EuroProLife und Human Life International

Archivbild: 1000 Kreuze Marsch in München am 09.05.15
Archivbild: 1000 Kreuze Marsch in München am 09.05.15

Gegendemonstration startet mit 150 Teilnehmer*innen

Die Gegendemonstration begann um 13 Uhr bei strahlendem Sonnenschein am Salzburger Hauptbahnhof. Im Anschluss zog man mit guter Musik und Sprechchören wie: “Ehe, Küche, Vaterland – unsere Antwort: Widerstand!“ durch die Innenstadt. Auf der Staatsbrücke wurden dann noch ein paar rote Rauchtöpfe gezündet, um auf die Demonstration aufmerksam zu machen. Die Prozession der christlichen Fundamentalist*innen verlief in diesem Jahr ohne Zwischenfälle. Es bleibt spannend, ob man sich auch in Zukunft bei der Terminwahl am Gegenprotest orientieren wird.