Pegida stilisiert sich als Opfer des KVR

Artikel

Pegida München wollte sich am 30. Januar, wie schon so oft, zu ihrer montäglichen Demonstration versammeln. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) lehnte den Versammlungsort jedoch wegen einer Baustelle ab.

Der Münchner Pegida Ableger geht erneut auf Konfrontation mit dem Münchner KVR. Pegida hatte für die Kundgebung mit anschließender Demonstration den Platz vor der Feldherrnhalle als Versammlungsort angemeldet. Dies lehnte das KVR aufgrund einer Baustelle ab und schlug als Alternative den Platz vor dem Siegestor vor. Den Königsplatz lehnte das KVR wegen des historischen Datums ebenfalls ab. Adolf Hitler war am 30. Januar 1933 durch den Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt worden. Das Datum wird als Tag der „Machtübergabe“ bezeichnet und war ein entscheidender Schritt in der Umwandelung von der Demokratie der Weimarer Republik in die faschistische Hitler Diktatur.

Pegida München behauptete daraufhin auf ihrer Webseite, die Versammlung wäre vom KVR „de facto verboten“ worden und eine Klage gegen das Verbot sei in so kurzer Zeit „schwer durchführbar“. Die Pegida Aktivist*innen sollten „selbst schauen, wo die Veranstaltung tatsächlich statt findet“. Als Versammlungsorte wurden trotz Verbot der Königsplatz und die Feldherrnhalle mit Bildern beworben.

„Wer an unserer Versammlung teilnehmen will, hat nun die Möglichkeit zum Platz vor der Feldherrnhalle ODER zum Königsplatz zu kommen, um zu schauen, wo die Veranstaltung tatsächlich statt findet.“Quelle: pegida-muenchen.org

Trotz des Verbots versammelten sich ab 18:00 Uhr mehrere regelmäßige Pegida Demonstrant*innen um den Vorstand Heinz Meyer am Königsplatz. Die Münchner Polizei war zu diesem Zeitpunkt nicht präsent und hatte sich auf eine Versammlung am Siegestor vorbereitet. Wenig später trafen einige zivile und uniformierte Beamt*innen am Königsplatz ein und befragten die Pegida Aktivist*innen nach ihren Absichten. Diese waren mittlerweile auf eine Gruppe von etwa zehn Personen angewachsen. Darunter Maria W. (Die Freiheit, Die Rechte, Der III. Weg, Pegida München), David J. (Pegida München), Regina F. (ehemals Die Freiheit, Pegida München) und Dirk H. (Pegida München).

Als eine Gruppe von Rund 15 Antifaschist*innen die Pegida München Aktivist*innen mit einem Transparent konfrontierten, zogen diese sich in die U-Bahn zurück. Unter Begleitung mehrerer ziviler Polizeibeamten fuhren sie in die Innenstadt und kehrten in einer Pizzeria ein.

2 Gedanken zu „Pegida stilisiert sich als Opfer des KVR“

  1. Also ich finde es schon sehr bezeichnend für die Münchner Polizei, dass eine Journalistin darauf hinweisen muss, dass sich die Pegida-Leute illegaler Weise am Königsplatz versammeln. Nach solchen Ankündigungen war es doch abzusehen, wo sie sich treffen würden. Hat das K44 zu viel zu tun oder ist es einfach unfähig?

  2. Offiziell genehmigt war wohl Siegestor >> Von-der-Tann-Straße und zurück, dort war auch ein erhebliches Polizeiaufgebot. Nachdem irgendwie die Erkenntnis durchgesickert war, daß die Pegidisten wohl nicht auftauchen würden, begann in der Maxvorstadt ein gewisses hektisches Umhergefahre mit und ohne Blaulicht auf der Suche nach schützenswerten Demonstranten und Opponenten 🙂

Kommentare sind geschlossen.