Pegida sorgt für Chaos am Stachus

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Die montägliche Münchner Pegida Veranstaltung wurde von den Veranstalter*innen kurzfristig über Facebook abgesagt. Begründet wurde die Absage mit einer zu geringen Distanz zwischen der Pegida Kundgebung und der Gegendemonstration. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Gegendemonstrant*innen und dennoch anwesenden Pegida München Teilnehmer*innen.

Gegen 19 Uhr versammelte sich eine Gruppe Pegida Demonstrant*innen um den Pegida München Vorstand Heinz Meyer am Karlsplatz Stachus. Es wurden Sprechchöre und Parolen von beiden Lagern gerufen und die Stimmung begann sich allmählich aufzuheizen. Es kam mehrfach zu einem Gerangel, bei dem mindesten ein Gegendemonstrant festgenommen wurde. Die Situation gestaltete sich immer chaotischer. Pegida Teilnehmer*innen, die der Identitären Bewegung zuzurechnen sind, filmten Gegendemonstrant*innen aus wenigen Zentimetern mit dem Handy ab und heizten damit die Stimmung weiter an.

Polizisten bilden eine Absperrung zwischen Pegida Aktivist*innen und Gegendemonstrant*innen.

Erst nach einer halben Stunde gelang es der Polizei, beide Lager zu trennen und die Lage zu beruhigen. Die Münchner Polizei lieferte insgesamt wieder einmal kein gutes Bild ab. Die Verstärkung durch das USK erreichte den Karlsplatz erst, nachdem die Situation bereits eskaliert war. Zusätzlich wurden Fotograf*innen mehrfach durch Polizeibeamt*innen an ihrer Arbeit gehindert, indem Kameralinsen oder das Sichtfeld bewusst verdeckt wurden. Es scheint fast so, als wolle man schlechte Schlagzeilen wie in der letzten Woche zukünftig verhindern, in dem man die Berichterstattung durch unabhängige Dritte einschränkt.

Auch Petra K. (Der III. Weg, Brigade Giesing) traf mit Verspätung am Stachus ein, wurde jedoch nach einer kurzer Provokation mit Gegendemonstrant*innen von der Polizei zur U-Bahn gebracht. Gegen 20 Uhr war der Spuk dann vorüber und alle verbliebenen Pegida Teilnehmer*innen wurden im Wanderkessel von der Polizei ebenfalls zur U-Bahn begleitet.

Petra K. (Brigade Giesing, Der III. Weg) mit Begleitung

Journalist bedroht und Adresse veröffentlicht

Ein Pegida Demonstrant hielt in dieser Woche mehrere Schilder hoch, auf denen das Gesicht und die angebliche Wohnadresse eines Journalisten abgebildet waren, der regelmäßige über Pegida München berichtet. Dies stellt eine völlig neue Form der Diffamierung und Bedrohung von Personen da, die sich kritisch mit den Umtrieben von Pegida auseinandersetzen. Die Berichterstattung über Pegida München bleibt also für Pressevertreter*innen nach wie vor Besorgnis erregend und gefährlich.

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