Pegida rückt immer weiter nach rechts

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Wie jeden Montag Abend demonstrierte Pegida München auch in diesem Montag den 15. Februar. Startpunkt war wie schon oft das Reiterdenkmal am Odeonsplatz. Rund 200 Pegida Teilnehmer*innen waren gekommen, um sich an der Demonstration und Kundgebung zu beteiligen.

Die Münchner Polizei hatte sich in dieser Woche wohl etwas mit der erwarteten Pegida Teilnehmer*innenzahl verschätzt. Denn man hatte einen gesamten Abschnitt der Ludwigsstraße abgegittert und so das Durchkommen zum Odeonsplatz unmöglich gemacht. Die Gruppe der Gegendemonstrant*innen wurde dadurch gespalten. Die einen auf der Seite des Odeonsplatzes und die anderen auf der Luwdwigstraße stadtauswärts.

Auf der Auftaktkundgebung sprach erneut Fabian, der die Nachrichten und Geschehnisse der letzten Woche kommentierte und im Anschluss das Land Kroatien vorstellte. Heinz Meyer (Pegida München Vorstand) präsentierte ein Video über die bayerische Braukultur

Pegida München Kundgebung am Odeonsplatz
Pegida München Kundgebung am Odeonsplatz

Pegida München und Der III. Weg

Während der Kundgebung zog im Hintergrund eine Gruppe von acht Neonazis die Ludwigstraße entlang, um zur Pegida Versammlung zu gelangen. Sie trugen ein Transparent mit der Aufschrift „Wir sind das Volk“. Eine gezielte Provokation gegenüber den Gegendemonstrant*innen, die dort am Absperrgitter standen. Die Polizei wirkte sichtlich überrascht und wollte die Neonazis zuerst nicht über die Absperrgitter steigen lassen.

So mussten einige der Neonazis einen Umweg zu einer Einlassstelle laufen, was Thomas Schatt (Der III. Weg, verurteilter Rechtsterrorist) gar nicht gefiel und dazu veranlasste, sich lautstark darüber zu echauffieren. Zu der Gruppe zählten: Ramazan S. (Türkischer Nationalist), Karl-Heinz Statzberger (Der III. Weg, verurteilter Rechtsterrorist) und Petra K. (Brigade Giesing).

Neonazis der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ ziehen mit ihrem Transparent die Ludwigstraße entlang
Neonazis der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ ziehen mit ihrem Transparent die Ludwigstraße entlang

Das gleiche Transparent wie in dieser Woche hatte Der III. Weg bereits bei einer Kundgebung in Freising am 18. April 2015 in Erinnerung an den 70. Jahrestag der Bombardierung von Freising verwendet.

Im Inneren des Pegida Käfigs stellten sich die Neonazis mit ihrem dunkelgrünen Transparent neben Vertreter*innen der Identitären Bewegung auf. Wie immer wurden die Neonazis freundlich von Pegida Teilnehmer*innen, Organisator*innen und Ordnern begrüßt. Man kennt sich ja schließlich mittlerweile.

18.04.15 Freising - Der III. Weg Gedenken
[Archivbild] Das „Wir sind das Volk“ Transparent bei einer Kundgebung der extrem rechten Partei Der III. Weg in Freising am 18.04.15
So hatten z.B. am Freitag, den 12. Februar mehrere Personen, die bei Pegida wöchentlich als Ordner fungieren, darunter Michael M., Rick W., und Stefan S. (Die Rechte Sympathisant, Pegida München Ordner) zusammen mit einer Gruppe Neonazis versucht, an einer Veranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD) in Augsburg teilzunehmen. Dort waren sie jedoch abgewiesen worden. Im Anschluss kam es vor Ort zu einer Rangelei mit Gegendemonstrant*innen.

Während sich die Pegida Teilnehmer*innen bei der Kundgebung noch als „besorgte Bürger“ gaben, zeigte sich im Laufe der Demonstration ein anderes Bild. Die Neonazis aus dem Umfeld der rechtsextremen Partei Der III. Weg durften mit ihrem Transparent direkt neben dem Fronttransparent laufen.

Skandiert wurden dabei die Parolen „Frei Sozial und National“ und „Wer wenn nicht wir? Wann wenn nicht jetzt? Nationaler Sozialismus jetzt jetzt jetzt!“ Dass rechtsextreme Parteien und Organisationen bei Pegida München ihre eigenen Transparente zeigen dürfen, ist nichts Neues. Jedoch durfte sich bisher keine Organisation so martialisch selbstinszenieren wie Der III. Weg in dieser Woche.

15.02.16 München - Pegida München
Die Pegida München Demonstration auf der Ludwigstraße

Insgesamt verlief die Demonstration ohne weitere Zwischenfälle. Mehrfach versuchten Gegendemonstrant*innen auf die Pegida Route zu gelangen, was ihnen aufgrund des großen Polizeiaufgebots aber nicht gelang. Bei der abschließenden Kundgebung sprach noch ein Aktivist der Identitären Bewegung, der reichlich Werbung für die nächste „Wir sind die Grenze“-Demonstration der Identitären Bewegung machte (RB berichtete in der Vergangenheit).

Erneut ein Montag der gezeigt hat, wie weit sich Pegida München mittlerweile von der demokratischen Mitte entfernt und hin zum rechten Rand bewegt hat. Ein Weg zurück scheint mittlerweile undenkbar.

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