Pegida München – Rechspopulist*innen und Rassist*innen

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Wie in den letzten Wochen traf sich Pegida München auch in dieser Woche zu Kundgebung und Trauermarsch um 19:00 Uhr am Stiglmaierplatz.

Zu Beginn der Kundgebungen wurden einige Journalist*innen durch Christian H. Unteranderem mit „Scheiß linke, Scheiß Ossi und Scheiß Sachse“ beleidigt. Er selbst trug ein Schild mit der Aufschrift „Linkssein ist scheiße, ihr seid die Beweiße!“ [Rechtschreibung im Original].

Eine der ersten Reden hielt Birgit Weißmann die die Kundgebung angemeldet hatte. Sie stellte Unteranderem die These auf das Deutschland die meisten Flüchtlinge weltweit aufnimmt und das Länder mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil nahezu keine Flüchtlinge aufnehmen würden. Schaut man sich die offiziellen Statistiken hierzu an, so ergibt sich folgendes Ranking: Pakistan 1,6 Millionen aufgenommen Flüchtlinge, Iran 875.400, Libanon 856.500 Jordanien 641.900 und auf Platz fünf die Türkei mit 609.900 aufgenommen Flüchtlingen.

Die Behauptung das Länder mit einem hohen muslimische Bevölkerungsanteil nahezu keine Flüchtlinge aufnehmen ist ebenfalls nicht korrekt, was an den folgenden Beispielen zu sehen ist: Pakistan 96,3% der Einwohner Muslime, Iran circa 98% Muslime, Libanon 59,7% Muslime und Jordanien mit circa 93% Muslimen. Deutschland liegt allein im europäischen Vergleich bei der Anzahl der aufgenommen Flüchtlinge auf Platz 1. Bezieht man jedoch die Anzahl der Flüchtlinge auf die Einwohner so steht Deutschland nur noch auf Platz 6. Im weiteren Verlauf sprach Birgit Weißmann über den „Antifa Gegenprotest“ der angeblich vom Staat finanziert ist. „Antifa Demonstrant*innen“ können sich nach ihrer Aussage nach jeder Demo ein Gehalt für die geleistete „Protestarbeit“ auszahlen lassen.

Zum Abschluss machte sie noch mal Werbung für Xavier Naidoo von dem sie eine Postkarte dabei hatte. Xavier Naidoo steht der Reichsbürgerbewegung nahe, die in zahlreichen Verschwörungstheorien das weiter bestehen des Deutschen Reichs propagieren und die Souveränität Deutschlands infrage stellen. Er selbst glaubt nicht an die offizielle Darstellung zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und bezeichnet sich selbst als „Systemkritiker“.

Um circa 19:30 Uhr setzte sich dann der schweigende Demonstrationszug in Richtung Innenstadt in Bewegung. Zu den Teilnehmer*innen zählten: Marion B. (Die Freiheit), Birgit Weißmann (Pegida München Demo Anmelderin und Die Freiheit), Stefan Werner (Pro Deutschland früher NPD), Stefan S. (Die Rechte wird bei Bagida als Ordner eingesetzt), Maria F. (Die Freiheit), Peter M. (Die Rechte Aktivist) und Rolf H. (Die Freiheit).

In der Mitte mit Hemd Stefan Werner (Pro Deutschland früher NPD)

Neonazis schließen sich der Demo an

An der Ecke Karlsstraße/Luisenstraße reihten sich circa 15 Nazihools um Petra K. (Brigade Giesing) und Thomas Schatt (Der III. Weg, verurteilter Rechtsterrorist) in die Demo ein. Zur Provokation der Gegendemonstrant*innen trugen sie einen circa 2 Meter langen Papierstreifen auf den sie „Anti Antifa“ gesprayed hatten mit sich. Immer wieder versuchte sich die Gruppe aus der Mitte der Demonstration zu lösen und in Richtung Gegendemonstrant*innen zu bewegen, was durch die Polizei verhindert wurde. Die Gruppe fiel besonders durch ihre überwiegend schwarze Kleidung mit Aufschriften wie „Category C (Rechte Hooligan Band, trat Unteranderem bei der Demo Hooligans gegen Salafisten in Köln auf bei der es zu schweren Ausschreitungen kam) und schwarze Lederhandschuhe bei strahlender Sonne auf.

„Anti Antifa“ Transparent der Nazihools

Behinderung von Pressevertretern

Rolf H. Behinderte während der gesamten Demonstration Journalist*innen und Fotograf*innen indem er mit einer Deutschland Fahne vor den Gesichtern und Kameras herumwedelte. Einzelne Pegida München Mitglieder forderten ihn immer wieder auf die Provokation zu unterlassen, die Mehrheit der Demonstrant*innen bestärkte sein Verhalten jedoch mit Applaus und Kommentaren wie „der hat das verdient“. Die Polizei griff hier nur unbeherzt ein und forderte ihn lediglich auf die Fotograf*innen nicht mit der Fahne zu berühren.

Rolf H. (Die Freiheit) wird von Stefan S. (Die Rechte Sympathisant, Pegida München Ordner) zurück in die Demonstration gezogen

Abschlusskundgebung und eine versuchte Distanzierung

Zum Abschluss hielt ein „Besorgter Anwohner“ der Bayernkaserne, in der sich eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge befindet, eine Rede. Er berichtete über die rassistischen Kundgebungen des Münchener Stadtrats Karl Richter (BIA, früher NPD) im Sommer 2014. Diese empfand er durchaus als informativ und als „kein Traumatisierung“. Lediglich die zahlreichen Gegendemonstrant*innen störten ihn die, die Kundgebung mit ihrem lautstarken Protest übertönten. So etwas hätte es ja schließlich „unter Franz Joseph Strauß nicht gegeben“. Als letzter Redner trat Werner auf der sich versuchte von den Nazihools zu distanzieren, und merkte an, dass sie die Kundgebung zum Schluss ja schließlich „freiwillig verlassen“ hatten. Hierfür gab es nur mäßigen Applaus und einige „Buh Rufe“. Das die Nazis die Pegida München Veranstaltungen seit Wochen frühzeitige verlassen um die Konfrontation mit Gegendemonstranten zu suchen ignoriert er.

Auch in dieser Woche war ein zahlreicher Gegenprotest anwesend der den Demonstrationszug die ganze Zeit begleitete und zeigte das Es in München keinen Platz für Rassismus, Fremdenhass und Islamfeindlichkeit gibt.

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2 Gedanken zu „Pegida München – Rechspopulist*innen und Rassist*innen“

    1. Vielen Dank für den Beitrag! Habe die Sendung auch gesehen und war von der Hilfsbereitschaft der Menschen im Libanon überwältigt.

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