Pegida München – Rassismus macht keine Ferien

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Am Montag den 24. August, baute Pegida München erneut einen Infostand  in der Innenstadt auf. Diesmal hatte man sich den Karlsplatz Stachus als Kundgebungsort ausgewählt.

In einem abgegitterten Bereich waren, wie auch die letzten Male, die 10 Pegida Thesen aufgebaut. Zu Beginn wurde erneut einer der immer gleichen Pegida Songs über die Lautsprecher abgespielt. Gekommen waren ca. 10 Pegida Demonstrant*innen, die damit begannen Flyer zu verteilen. Schnell entstanden hitzige Diskussionen zwischen Pegida Anhänger*innen und Passant*innen über den Islam, die Sharia, und den Islamischen Staat (IS).

Muslime werden von Pegida Teilnehmer*innen als homogene Bevölkerungsgruppe dargestellt, die alle mehr oder weniger dem IS angehören und am liebsten die Sharia in Deutschland als Gesetzgebung umsetzten würden. Fakt ist aber, dass der Zentralrat der Muslime sich jedoch mehrfach rigoros vom IS und seinen barbarischen Methoden distanziert und dazu aufgerufen hat, „Extremisten nicht auf den Leim zu gehen“.

Es fiel auf, dass in den Diskussionen Begriffe verdreht und im falschem Kontext verwendet wurden. Pegida dichtet sich gerne mal ihre Wahrheit so, wie es gerade passt. Da werden Journalisten zu Linksextremisten und Personen, die sich mit den Muslimen in Deutschland solidarisch erklären, als Antisemiten bezeichnet, ohne das es auch nur einen Hinweis dafür gibt. In persönlichen Gesprächen wurde behauptet, man sei nicht extremistisch und schon gar nicht rechtsextremistisch, während sich am Infotisch die NPD-Aktivistin Renate W. mit Pegida Anhänger*innen unterhielt und herzlich begrüßt wurde.

24.08.15 München - Pegida München Infostand
Die 10 Pegida Thesen

Es war erschreckend zu beobachten, wie nach einem Wochenende, an dem in Heidenau in Sachsen der rechte Mob gegen ein Flüchtlingslager randaliert hat, klar rassistische Propaganda in München Anklang fand. Es wurde auf die perfideste Art gegen Geflüchtete gehetzt, dabei fielen Begriffe wie „Die Asylanten überschwemmen uns“ und „Wir Deutschen werden ausgetauscht“. Längst überholte und wiederlegte Vorurteile wie „Warum kommen denn nur männliche Asylbewerber nach Deutschland?“ und „Warum haben die so teure Smartphones?“ werden in Diskussionen immer wieder belebt. Pegida München Anhänger*innen heizen die Stimmung auf der Straße Montag für Montag weiter an, und sind damit die geistigen Brandstifter, wenn mal wieder eine Flüchtlingsunterkunft brennt.

Ein „Highlight“ war in dieser Woche sicherlich der Auftritt von Michael Stürzenberger (Die Freiheit), der zu Anfang zusammen mit den Pegida Anhänger*innen diskutierte, jedoch gegen Ende aus dem abgesperrten Bereich verwiesen wurde und sichtlich verärgert die Heimreise antrat.

24.08.15 München - Pegida München Infostand
Michael Stürzenberger (Die Freiheit) im Bürgerdialog

Zu den weiteren Teilnehmer*innen zählten erneut: Stefan S. (Die Rechte-Sympathisant), Maria F. (Die Freiheit), Birgit Weißmann (Pegida München Demoanmelderin), Marion B. (Die Freiheit), Heinz M. und Maria W. (Die Freiheit).