Pegida München – Neonazis zum Bahnhof eskortiert

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Wie in den letzten Wochen demonstriert auch an diesem Montag, den 6. Juli Pegida München gegen die „Islamisierung“, „kriminelle Ausländer“ und „die da oben“.

Vor dem Beginn der Pegida München Kundgebung wurden mehrere Autos abgeschleppt und ein riesiger Bereich mit Hamburger Gittern abgesperrt. Zahlreiche Anwohner*innen und Geschäftsleute schienen von der montäglichen Beeinträchtigung durch gerade einmal hundert Pegida Demonstrant*innen sichtlich genervt.

Diesmal gelang es dem Gegenprotest aufgrund der Lage wesentlich näher an die Kundgebung heran zu kommen. Rund 80 Aktivist*innen machten ihrem Unmut über die rassistischen und rechtspopulistischen Parolen von Pegida München mit Sprechchören und lauter Musik Luft. Pegida reagierte darauf durch Beschallung aus sämtlichen Lautsprecher in Richtung des Gegenprotestes.

06.07.15 München - Pegida München
Pegida München am Stiglmaierplatz

Immer wieder wurden, wie in den letzten Wochen, Journalist*innen und Fotograf*innen am fotografieren gehindert, durch das Versperren der Sicht mit Fahnen und Plakaten. Besonders fiel hier erneut Rolf H. (Die Freiheit) auf, der trotz Ermahnungen durch die Polizei immer wieder mit seiner Deutschlandfahne die Linsen der Kameras verdeckte.

Neonazis gesellen sich zur Pegida München Kundgebung

Nach einer halben Stunde trafen mehrere Neonazis aus München und Nürnberg bei der Kundgebung ein und mischten sich nahezu unbeachtet unter die Teilnehmer*innen. Darunter waren u. a. Karl Heinz Statzberger (Der III. Weg, verurteilter Rechtsterrorist), Petra K. (Brigade Giesing) und Dan Eising (Die Rechte Nürnberg, Nügida). Alle drei trugen szenetypische Kleidung, wie einen Pullover mit dem Hogesa Logo, einem Pulli mit der Aufschrift „Good night Left Side“ und ein T-Shirt der „Gefangenhilfe“, welche sich für Neonazis, die im Gefängnis sitzen einsetzt.

Zu beginn der Kundgebung hatte die Anmelderin der Demo, Birgit Weißmann, darauf hingewiesen, dass „zweideutige“ Kleidung nicht erlaubt sei. Trotz der offensichtlichen Gesinnung konnten die Neonazis ohne Probleme an der Pegida Kundgebung teilnehmen und durften zeitweise bei der späteren Demonstration am Fronttransparent mitlaufen.

06.07.15 München - Pegida München
Neonazis am Fronttransparent: mit blauem T-Shirt Karl Heinz Statzberger (Der III. Weg, verurteilter Rechtsterrorist), schwarzer Pulli grünes T-Shirt Dan Eising (Die Rechte Nürnberg, Nügida), Schwarzes T-Shirt und Sonnenbrille Petra K. (Brigade Giesing)

Zu den weiteren Teilnehmer*innen zählten: Peter Meidl (Die Rechte, Kreisvorsitzender Rosenheim), Stefan S. (Die Rechte Sympathisant, Pegida München Ordner), Stefan Werner (Pro Deutschland, früher NPD), Maria F. (Die Freiheit) und Reinhard Hornberger (Münchner Bezirksvorsitzender der Republikaner).

Die Demonstration zog anschließend stadtauswärts die Nymphenburger Straße entlang. In einigen Nebenstraßen hatten zahlreiche Bürger*innen Transparente mit Sprüchen gegen Pegida aus den Fenstern gehängt und die Straße mit Kreide und „No Pegida“ Sprüchen verziert.

Gegen Ende kam es zu einem Gerangel zwischen einigen Neonazis und der Polizei, woraufhin ein Neonazi aus Nürnberg festgenommen wurde. Karl Heinz Statzberger protestierte lautstark gegen die Festnahme und wurde, nach dem er eine Polizisten zur Seite gestoßen hatte, ebenfalls kurzzeitig festgenommen. Im Anschluss wurden die Neonazis von einem großen Polizeiaufgebot zum Hauptbahnhof eskortiert. Dies war sicherlich eine Maßnahme, um erneute Angriffe auf Gegendemonstrant*innen zu verhindern, wie es sie in der letzten Woche gab.

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