Pegida München: Hetze gegen Flüchtlinge

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Es schallt wieder „Lügenpresse“ und „Wir sind das Volk!“ durch die Münchner Straßen, denn die Wutbürger*innen und Rassist*innen von Pegida München sind sauer und marschieren am Montag den 7. September erneut.

Den ganzen August über hatte es nur stationäre Kundgebungen mit den „10 Pegida Thesen“ in der Münchner Innenstadt gegeben, die allerdings auf wenig Zuspruch bei den Münchener*innen stießen. Startpunkt mit Auftaktkundgebung war der Stiglmaierplatz, wie auch schon bei den letzten Demonstrationen. Gleich zu Beginn zeigte ein Pegida Teilnehmer einen verbotenen Hitlergruß in Richtung der Gegendemonstrant*innen und wurde darauf hin von der Polizei festgenommen.

In den Redebeiträgen lag der Schwerpunkt in dieser Woche auf dem ungarische Präsident Victor Orban und den in München täglich ankommenden Flüchtlingen. Orban wurde von den Pegida Demonstrant*innen bejubelt, da er mit seiner Flüchtlingspolitik als einziger das Abendland vor „Armuts- und Wirtschaftsflüchtlingen“ beschützen würde. Ungarn hatte Grenzzäune errichten lassen, um Geflüchteten die Durchreise zu erschweren. Außerdem war der Budapester Bahnhof tagelang gesperrt, so dass tausende Flüchtlinge vor dem Bahnhof campieren mussten.

07.09.15 München - Pegida München
Pegida München stellt sich am Stiglmaierplatz auf.

Pegida marschiert wieder

Die etwa 130 Pegida Teilnehmer*innen marschieren diesmal auf einer neuen Route über den Königsplatz in Richtung Odeonsplatz. Auf dem Torbogen des Königsplatzes hatten sich einige Gegendemonstrant*innen mit Transparenten aufgestellt, während weiter hinten versucht wurde, den Pegida Aufmarsch mit einer Sitzblockade zu behindern. Weitere Blockadeversuche wurden durch die Polizei verhindert, und der Pegida Demonstrationszug vorbei geleitet. Immer wieder gelang es Gegendemonstrant*innen mit Transparenten auf die Demoroute zu gelangen, sie wurden jedoch jedes Mal gewaltsam von der Polizei zur Seite gedrängt.

Kurz vor dem Odeonsplatz wurde es laut innerhalb des Demonstrationszuges. Stefan S. (Die Rechte-Sympathisant) schrie den bekennenden Neonazi Peter Meidl (Stellvertretender Kreisvorsitzender Die Rechte Rosenheim) an, er solle nicht am offiziellen Pegida Transparent laufen, weil das ein schlechtes Licht auf die Pegida Bewegung werfen würden. Dass sich unter den Demonstrant*innen zahlreiche Personen mit rechter oder neonazistischer Gesinnung befanden, störte Pegida Teilnehmer*innen und Organisator*innen wie immer nicht. Ein Teilnehmer hatte z.B. ein Tattoo mit der Zahl 28 am Hals, wobei die 28 für das in Deutschland verbotene rechtsextreme „Blood and Honour“ (B&H) Netzwerk steht.

07.09.15 München - Pegida München
Ein Teilnehmer mit einem „28“ Tattoo das für das in Deutschland verbotene rechtsextreme „Blood and Honour“ Netzwerk steht.

Abschlusskundgebung am Odeonsplatz

Am Odeonsplatz wurden wieder Reden gehalten mit dem immer gleichen Inhalt. Unter anderem sprach Maria F. (Die Freiheit) über den Kurfürst von Bayern Maximilian II. Emanuel, der im Großen Türkenkrieg im Kampf gegen die Osmanen einige Erfolge zu verzeichnen hatte und an dem man sich laut F. heute im Kampf gegen die angebliche „Islamisierung“ ein Beispiel nehmen sollte.

Zu den weiteren Pegida München Teilnehmer*innen zählten: Reinhard Hornberger (Bezirksvorsitzender Die Republikaner) Heinz M., Birgit Weißmann (Pegida München Demoanmelderin), Stefan Werner (Pro Deutschland, früher NPD), Rolf H. (Die Freiheit) und Maria W. (Die Freiheit Kundgebungsteilnehmerin Der III. Weg).

07.09.15 München - Pegida München
GegendemonstrantInnen blockieren die Straße mit einer Sitzblockade.

Momentan ist die Stimmung in München geprägt von Hilfsbereitschaft und Verständnis für die vielen Flüchtlinge, die tagtäglich ankommen. Aber der erneute Pegida Aufmarsch zeigt auch, dass es auch leider die andere Seite gibt. Gut, dass der Gegenprotest so aktiv ist und am Ball bleibt. Mehr als 200 Gegendemonstrant*innen haben in dieser Woche gezeigt, dass sie lauter, bunter und kreativer sind als dumme rassistische Hetze und Ressentiments.

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