Pegida München – Der montägliche Wahnsinn

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Gerade einmal 120 Teilnehmer*innen versammelten sich am Montag, den 27. Juli, zur Pegida München Kundgebung am Isartor. Schon eine Woche nach dem Besuch des Pegida Gründers Lutz Bachmann ist die Anzahl der Demonstrant*innen bereits wieder auf ihren Normalstand gesunken.

Zu Beginn der Kundgebung versuchte Stefan Werner (Pro Deutschland, früher NPD) die anwesende Presse einzuschüchtern und erteilte ihnen ein „Fotografier Verbot“ da sich die Kundgebungsteilnehmer*innen von den Fotograf*innen provoziert fühlen würden. Lediglich den Pegida München Fotografen, die an einem „Pegida Presseausweis“ zu erkennen sind, sollte das Fotografieren erlaubt sein. Ein weiterer Kundgebungsteilnehmer lief auf die anwesenden Fotografen zu und beleidigte sie mehrfach.

Die Redebeiträge waren, wie in den letzten Wochen, von Islamfeindlichkeit, Hetzte gegen Geflüchtete und Rassismus geprägt. Lediglich Birgit Weißmann fiel mit der folgenden Behauptung auf: „Man hört es ja in letzter Zeit immer öfter, dass die Nazis eigentlich links waren.“ Dies sehen Historiker wie Heinrich August Winkler jedoch komplett anders: „Die NSDAP war das organisierte und extremste Nein zu allem, wofür linke Parteien standen. Rechter kann man gar nicht stehen.“

27.07.15 München - Pegida München
Pegida Kundgebung am Isartor

Für eine allgemeine Belustigung beim Gegenprotest und auch bei einigen Polizisten sorgte der Satz „Wir sind hier, um zu bleiben. Wir gehen jetzt!“
Rolf H. (Die Freiheit) war auch in dieser Woche auf Krawall gebürstet und schlug erneut mit seiner Deutschlandfahne nach Fotograf*innen und Gegendemonstrant*innen.

Unterlegt wurde die gesamte Veranstaltung mit Musik unteranderem von der Band Die Bandbreite und dem Sänger Xavier Naidoo. Beiden Künstler stehen den Montagsmahnwachen für den Frieden nahe, bei denen Verschwörungstheorien propagiert werden. Gegen Xavier Naidoo wurde letzten Samstag (25.7.2015) eine Demo organisiert wegen dessen Nähe zur „Reichsbürgerbewegung“.

Anschließend zog Pegida München, wie auch schon in den letzten Wochen, mit einem Schweigemarsch durch die Straßen. Die etwa 200 Gegendemonstrant*innen nutzen die Situation, um Pegida mit Sprechchören und Gesängen ihre Meinung zu sagen. Die Polizei nahm erneut 2 Gegendemonstrant*innen fest, mit dem Vorwurf Landfriedensbruch. Bis zur Freilassung warteten etwa 30 Aktivist*innen vor der Polizeiwache in der Ettstraße.

Zu den weiteren Teilnehmer*innen zählten: Peter Meidl (Die Rechte, Kreisvorsitzender Rosenheim), Stefan S. (Die Rechte-Sympathisant), Maria F. (Die Freiheit) und Reinhard Hornberger (Münchner Bezirksvorsitzender der Republikaner).

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