Pegida München am Rosenmontag

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Kurzfristig rief Pegida München doch noch zu einem „Spaziergang“ am Rosenmontag auf. Zur Kundgebung und anschließenden Demonstration kamen ca. 180 Teilnehmer*innen während mehr als 200 Münchner*innen lautstark gegen Pegida München demonstrierten.

Pegida versammelte sich erneut vor der Feldherrnhalle, um dort die Auftaktkundgebung abzuhalten. Ein großer Bereich war durch die Polizei mit Hamburger Gittern abgeriegelt und nach und nach trafen die Pegida Teilnehmer*innen ein.

Presse wie immer unerwünscht

Zwei Ordnern gefiel die Anwesenheit mehrerer Pressevertreter*innen nicht, die sich in einem größeren Abstand zur Versammlung aufhielten. Aggressiv forderten sie, die Presse solle den Käfig verlassen, man wolle diese hier nicht haben. Einer der Ordner hatte Fotografen bereits in der vergangen Woche mit der Aussage: „Es kommen noch andere Zeiten, dann sehen wir uns nochmal wieder!“ gedroht. Erst nach mehrmaliger Bestätigung durch die Polizei, dass sich die Presse im inneren Bereich der Versammlung aufhalten darf, gaben die Ordner nach und begaben sich zurück zur Pegida Versammlung.

Pegida München demonstrierte erneut vor der Feldherrnhalle
Pegida München demonstrierte erneut vor der Feldherrnhalle

Mit Lokalpatriotismus gegen die Islamisierung

Pegida Vorstand Heinz M. stellte wie in der vergangenen Woche eine bayerische Stadt vor. Diesmal war die Stadt Passau an der Reihe, von der Videomaterial auf der Leinwand gezeigt und gelichzeitig kommentiert wurde. Unter anderem verglich Heinz M. die gezeigten Bilder immer wieder mit Islamischen Kulturen. So behauptete er, dass Partys und Feiern zu Bayern dazu gehören würden, in islamisch dominierten Ländern würde es das aber nicht geben.

Neben einer bayerischen Stadt stellt Pegida nun auch ein Europäisches Land mit einem Video vor. Die Wahl fiel in dieser Woche wohl er nicht zufällig auf Ungarn. Ungarn hatte im Sommer 2015 Grenzzäune errichten lassen, um Geflüchteten die Durchreise zu erschweren. Außerdem war der Budapester Bahnhof tagelang gesperrt, so dass tausende Geflüchtete vor dem Bahnhof kampieren mussten und nicht weiter reisen konnten. Die ungarische Regierung war für ihre Flüchtlingspolitik darauf hin international stark kritisiert worden.

Pegida München
Pegida München Fronttransparent

In Zukunft will Pegida München weitere europäische Länder vorstellen. Heinz M. kündigte an, als nächstes würden Polen, England oder Slowenien folgen. Alles Länder die mit harter Hand gegen Geflüchtete vorgehen.

Interessant ist, dass Pegida sich in der Vergangenheit steht’s gegen die EU als Institution ausgesprochen hatte, die einzelnen Nationalstaaten jedoch immer als „ein gemeinsames Europa “ versteht.

Die Demo-Route verlief dieses Mal über die Ludwigsstraße und Von-der-Tann-Straße ,vorbei am Amerikanischen Generalkonsulat. Hier skandierte der Pegida Aufzug neben der Parole der Identitären Bewegung „Heimat Freiheit, Tradition! Multikulti Endstation!“ auch die Parole „Ami go home!“. Wie passt dazu, dass Birgit Weißmann, Mitglied des Pegida München Vorstandes, selbst eingebürgerte Amerikanerin ist? Wieder eine Bestätigung für das verquere Weltbild der Pegida Demonstranten.

Heinz M. (Pegida München Vorstand) im Gespräch mit Birgit Weißmann (Pegida München Vorstand) und Fabian.
Heinz M. (Pegida München Vorstand) im Gespräch mit Birgit Weißmann (Pegida München Vorstand) und Fabian.

Gegendemonstrant*innen versuchen Pegida zu blockieren

Zur gleichen Zeit versuchten mehrere Gegendemonstrant*innen vor die Pegida Demonstration zu gelangen und lieferten sich ein Katz und Maus spiel mit mehreren Polizeibeamten in Zivil. Mehreren Personen gelang es, sich vor den Pegida Aufmarsch zu setzen. Die Polizei reagierte aggressiv, schubste und schleifte die Demonstrant*innen von der Straße, um den Weg für Pegida frei zu machen.

Währenddessen hatte es eine größere Gruppe Gegendemonstrant*innen geschafft, mit Transparenten auf die Feldherrnhalle zu gelangen. Als eine Gruppe USK Beamt*innen vorbei zog, kam es zu einem Flaschenwurf durch die Gegendemonstrant*innen, worauf hin die Polizei auf die Feldherrnhalle stürmte. Sämtliche Gegendemonstrant*innen wurden eingekesselt, wobei ein Fotograf zwischen die Fronten geriet und mehrfach durch Polizeibeamten geschlagen wurde.

Birgit Weißmann unterhalb der Feldherrnhalle im Pegida-Käfig stehend war sichtlich erbost und schimpfte auf die Sowjetische Flagge, die mehrere Gegendemonstrant*innen auf der Feldherrnhalle hochhielten. Sie warf der Polizei vor, sie würde mit zweierlei Maß messen.

GegendemonstrantInnen auf der Feldherrnhalle
Gegendemonstrant*innen auf der Feldherrnhalle

Als sich erneut zwei Fotografen in die Nähe der Pegida Kundgebung bewegten, wurde ihnen von Rolf H. (Die Freiheit) und Stefan S. (Die Rechte Sympathisant, Pegida Ordner) der Weg versperrt. Obwohl der Presse der Ort durch den Einsatzleiter der Polizei zugewiesen worden war, ließen die Ordner nicht locker und schubsten die Fotografen mehrfach zurück. Als sich Rolf H. gegenüber den herbeieilenden Polizisten äußerte „Das ist Zeckenpresse, die hat hier nichts zu suchen!“ reagierte ein Polizist besonnen und forderte ihn auf, solche Beleidigungen zu unterlassen. Für den Rest des Abends erhielten die Fotografen eine Polizeibegleitung, um weitere Übergriffe durch Pegida- Teilnehmer zu verhindern.

Die Polizei war den Abend über mit einem großen Aufgebot von mehr als 250 Beamt*innen im Einsatz , darunter auch Einheiten aus Dachau und Nürnberg.

Siehe auch:  Chronik 2015: Rechte Umtriebe bei PEGIDA München

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