Pegida entfernt Hakenkreuz aus Logo

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Deutlich weniger Pegida Aktivist*innen versammelten sich am Montag den 25. April vor der Feldherrnhalle zur Kundgebung und anschließendem Demonstration. Mit rund 150 Personen waren die Gegendemonstrant*innen deutlich in der Überzahl und übertönten die Pegida Kundgebung mit Sprechchören und Pfiffen.

Zu Anfang verkündete Pegida München Vorstand Heinz Meyer, man habe nun das Hakenkreuz und Symbol der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) aus dem offiziellen Pegida Logo entfernt. Das offizielle ursprünglich aus Dresden stammende Pegida Logo zeigt eine Person, die symbolisch das Logo des Islamischen Staats (IS), der PKK und der„der Antifa“ zusammen mit einem Hakenkreuz in einen Mülleimer wirft. Bei Pegida München wurde nun das Logo des Islamischen Staats und „der Antifa“ durch die Logos der Parteien CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der SPD ergänzt.

25.04.16 München - Pegida München
Pegida München Transparent mit dem neuen Logo

Begründet wurde die Entfernung des Hakenkreuzes von Meyer damit, dass man sich so nicht immer rechtfertigen und in die rechte Ecke stellen lassen müsse. Beachtliche Worte für eine Person, die während einer Pegida Kundgebung im Oktober Joseph Goebbels zitierte und dafür verurteilt wurde.

Ebenfalls wurde das PKK Logo aus der Mülltonne entfernt, denn die PKK kämpfe ja schließlich gegen den IS. Vor einigen Wochen klang dies bei Pegida München noch ganz anders, da wurden Kurd*innen, die sich in Deutschland türkischen Nationalisten in den weg stellen, als Extremisten bezeichnet.

Gleichzeitig weicht Pegida München auch hier vom offiziellen Dresdner Vorbild ab, denn Pegida Dresden hatte sich nach Aussage von Lutz Bachmann im Herbst 2014 aufgrund einer kurdischen Demonstration in der Dresdner Innenstadt geründet. Vor Ort hatten die Demonstrant*innen die Aufhebung des PKK-Verbots und Waffen für die Volksverteidigungseinheiten in Rojava gefordert.

„Nach einer Aktion von PKK-Anhängern auf der Prager Straße wollten wir etwas tun. Dort wurden Waffen für die verfassungsfeindliche und verbotene PKK gefordert – da bin ich dagegen. Also gründeten wir eine Facebook-Gruppe. Ich hätte nie gedacht, dass es so einschlägt.“

Im „neuen“ Logo stellt Pegida München nun die abgebildeten Parteien auf die gleiche Ebene wie die Mörderbanden des IS, ein Vergleich der mehr als problematisch ist.

Der anschließende Pegida Spaziergang war erneut von Blockadeversuchen durch den Gegenprotest geprägt. Die Polizei ging hier massiv gegen die Gegendemonstrant*innen vor, teils mit Schlagstock und körperlicher Gewalt.

25.04.16 München - Pegida München
Pegida München Transparent mit dem neuen Logo

Abschließend lässt sich sagen, dass an der Pegida Demonstration von Woche zu Woche weniger Demonstrant*innen teilnehmen. In dieser Woche mag dies auch daran gelegen haben, das einige an der Mahnwache für den Geschichtsrevisionisten und Holocaustleugner Reinhold Elstner teilnahmen.

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