Hunderte Geflüchtete erreichen München

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Am 31. August 2015, stellte die ungarische Regierung die Kontrollen am Bahnhof in Budapest ein, woraufhin sich circa 1000 Geflüchtete auf den Weg nach Österreich und Deutschland machten.

So kamen im Laufe des Tages mehrere Züge mit vielen hunderten Geflüchteten am Münchner Hauptbahnhof (Hbf) an, die es durch die Kontrollen in Wien und Rosenheim geschafft hatten. Die Menschen kamen sichtlich erschöpft in München an. Einige erzählten das sie vor der Reise mit dem Zug 30 Tage gelaufen waren. Dennoch waren die meisten glücklich endlich in München angekommen zu sein, was man in ihren strahlenden Gesichtern sehen konnte.

31.08.15 München - Geflüchtete am Hbf
Eine Unterstützerin verteilt Wasser und Süßigkeiten an die Flüchtlinge

Polizei und Ordnungskräfte schienen mit der Lage sichtlich überfordert. Vor Ort gab es nur wenig Essen und Trinken und die Flüchtlinge mussten sich auf dem kalten Boden im Starnberger Flügelbahnhof niederlassen. Zur gleichen Zeit begann sich eine Gruppe von Refugee Supporter*innen zu bilden die in den umliegenden Geschäften nach spenden fragten und so in kürzester Zeit eine Versorgung für die Flüchtlinge auf die Beine stellten. Passant*innen spendeten Geld so das die ganze Nacht über Wasser gekauft und verteilt worden konnte.

Neonazis provozieren am Hauptbahnhof

Jedoch gab es auch ein unschönes Ereignis. Die verurteilten Rechtsterroristen Karl-Heinz S. und Thomas S. tauchten mit drei Kamerad*innen am Hauptbahnhof auf um die ankommenden Flüchtlinge anzupöbeln. Schnell waren ca. 50 Antifaschist*innen vor Ort die „Nazis raus!“ und „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“ forderten. Die Nazis wurden daraufhin vom USK aus dem Hbf eskortiert. Sie kamen jedoch zwei Stunden später wieder zurück und skandierten Parolen wie „Ihr Deutschen müsst endlich Aufwachen, unsere Bevölkerung wird ausgetauscht“. Erst jetzt reagierte die Polizei und erteilte ihnen einen Platzverweis.

31.08.15 München - Geflüchtete am Hbf
Karl- Heinz S. Links und Thomas S. im Vordergrund mit Sonnenbrille, beide verurteilte Rechtsterroristen am Hbf in München.

Die ganze Nacht über wurden die Flüchtlinge auf verschiedene Busse aufgeteilt und in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht. Die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Supporter*innen war überwältigend, die mit ca. 30 Personen bis in die frühen Morgenstunden spontan vor Ort waren und halfen wo sie konnten. In den nächsten tagen werden sicherlich weitere Züge mit zahlreichen Geflüchteten ankommen.

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