Flüchtlinge in altem KZ Kräutergarten untergebracht

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Dachau Flüchtlingsunterkunft neben Konzentrationslager

Mehre Flüchtlinge sind derzeit auf dem Gelände des sogenannten Kräutergartens in Dachau bei München untergebracht. Dieser liegt nur einige hundert Meter vom ehemaligen Konzentrationslager entfernt. Der Kräutergarten war damals von Gefangenen aus dem Konzentrationslager Dachau teilweise mit bloßen Händen angelegt worden. Mehr als 800 Häftlinge starben dort bei der Arbeit an Erschöpfung oder wurden von der SS erschossen und zu Tode geprügelt. Auf den zum Kräutergarten gehörenden Feldern wurden Heilpflanzen und Kräuter gezüchtet, um Nazideutschland vom Import unabhängig zu machen. Zu den Häftlingen zählten Jüd*innen, Roma und Sinti. Heute sind die Gewächshäuser rund um die Wirtschaftsgebäude verrottet, es wird aber über eine Restauration nachgedacht.

Dachau Flüchtlingsunterkunft Konzentrationslager Flüchtlinge
Eines der verrotteten Gewächshäuser. Gleich daneben liegt die Flüchtlingsunterkunft.

Flüchtlinge zusammen mit Obdachlosen direkt neben dem Kräutergarten untergebracht

Seit dem Jahr 2013 sind anerkannte Flüchtlinge zusammen mit Obdachlosen im ehemaligen Verwaltungsgebäude untergebracht. Anstatt den Menschen nach ihrer Anerkennung bei der Suche nach einer eigenen Wohnung zu helfen, setzt die Stadt Dachau auf die geschmacklose Unterbringung in einem Gebäude mit klarer nationalsozialistischer Historie. Es wäre unglaublich, wenn erneut Sinti und Roma 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs in den gleichen Gebäuden unterbracht würden wie ihre Vorfahren. Auch in Dachau müsste es doch anderen Wohnraum geben, der Geflüchteten und Obdachlosen zur Verfügung gestellt werden könnte.