Es gibt kein ruhiges Unterholz

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13.09.18 - Räumung Hambacher Forst
Am 14. September startete die Polizei mit der Räumung des Hambacher Forst, der seit sechs Jahren von Braunkohlegener*innen und Umweltaktivist*innen besetzt ist. Der Energiekonzern RWE will im Herbst mit der Rodung des Waldes beginnen, um den Tagebau Hambach zu erweitern und um weiter Braunkohle abzubauen. Der Polizeieinsatz gilt als einer der größten Einsätze in der jüngeren Geschichte von NRW.

Begründet wurde der massive Polizeieinsatz mit dem Argument, es gäbe keinen ausreichenden Brandschutz und Baugenehmigungen für die zahlreichen Baumhäuser und Plattformen. Die Polizei riegelte nach und nach die einzelnen Baumhäuser und Plattformen in den Bäumen ab. Anschließend versuchten Spezialeinheiten der Polizei die Aktivist*innen mit Hebebühnen aus den Baumwipfeln und -häusern zu holen. Immer wieder stieß die Polizei dabei auf erheblichen Widerstand, da sich die Aktivist*innen an Bäume oder Betonblöcke gekettet hatten. Außerdem verschanzten sich weitere Aktivist*innen in einem Tunnelsystem unter einem der Baumhäuser.

Weite Teile des uralten Waldes waren für die Polizei nur mit schwerem Gerät befahrbar. Zufahrtsstraßen und Wege hatten Aktivist*innen immer wieder mit Ästen und Baumstämmen und von Hand ausgehobenen Gruben blockiert.

An der Demonstration, die am Donnerstagabend spontan vom Bahnhof Buir aus startete, beteiligten sich rund tausend Menschen. Nach einer Zwischenkundgebung gelang dabei etwa 150 Aktivist*innen sich aus der Demonstration zu lösen und über die umlegenden Äcker an der Polizei vorbei in den Hambacher Forst zu gelangen.

Bis Freitag waren bisher erst wenige der 50 Baumhäuser geräumt. Vermutlich wird sich der Einsatz noch über Wochen hinziehen. Die Kohlegegner mobilisieren immer mehr Menschen, die sich für den Erhalt des Waldes und den Ausstieg aus der Kohleenergiegewinnung einsetzen und gegen die Räumung protestieren.

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