Die Rechte – Keine Alternative für München

Artikel und Bildergalerie

Am Samstag den 22. August hielt die rechtsextreme Partei Die Rechte erneut fünf Kundgebungen in verschiedenen Münchener Stadtteilen ab. Das Motto war, wie schon vor zwei Wochen, „DIE RECHTE – Alternative für München“ und verfolgte damit das Ziel, die Partei im Stadtgebiet bekannter zu machen.

Der erste Kundgebungsort befand sich vor dem Einkaufszentrum PEP in Neuperlach, wo sich die Neonazis rund um ihren roten Toyota mit einem Transparent und Fahnen aufstellten. Phillip Hasselbach, der Kreisvorsitzende der Partei in München, hielt eine Rede, in der er unter anderem behauptete: „Dieser Staat hat Geld für Asylbetrüger aus aller Welt… aber wer kümmert sich um unsere einheimischen deutschen Landsleute in Not?“ Dass das Recht auf Asyl für Flüchtlinge im Grundgesetz verankert ist und grundsätzlich in keiner Verbindung zu den Sozialgesetzen steht, ignoriert Hasselbach. Denn kein deutscher Staatsbürger wird durch die Aufnahme von Flüchtlingen sozial benachteiligt.

Er propagiert weiter: „Wir von Die Rechte wollen, dass auch noch in 100 und 50 Jahren deutsch in München gesprochen wird.“ und behauptete „Multikulti ist keine Bereicherung für unser Land.“ Zum Abschluss forderte er die Freiheit für die Neonazigrößen, die derzeit im Gefängnis sitzen: Gerhard Ittner (verurteilt wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung von Verfassungsorganen, Beschimpfung von Religionsgemeinschaften und Beleidigung), Horst Mahler (verurteilt wegen Holocaustleugnung, antisemitischer und weiterer strafbarer Äußerungen) und Ralf Wohlleben (Unterstützer des Nationalsozialistischen Untergrunds). Während der Kundgebungen führte die Polizei Lautstärkemessungen durch. Die Lautsprecheranlage überschritt den Grenzwert mehrfach, die Nazis mussten daraufhin die Lautstärke erheblich verringern.

22.08.15 München - Die Rechte Kundgebungen
Die Rechte stellt sich mit ihrem Transparent auf

An den jeweiligen Kundgebungsorten hatten sich zahlreiche Gegendemonstrant*innen versammelt, die die Nazis mit Transparenten einkreisten. Ein von der Partei Die Rechte gewünschter und erwarteter Bürgerdialog blieb aus. Die vorbeigehenden Passant*innen schienen eher von dem lautstarken Gegendemonstrant*innen beeindruckt und nicht von der rassistischen Hetze.

22.08.15 München - Die Rechte Kundgebungen
Zahlreiche Gegendemonstrant*innen versammelten sich an den jeweiligen Kundgebungsorten

In Pasing war dann Schluss mit lustig, und nichts lief mehr für die Nazis wie geplant. Die Zettel, auf denen die Reden standen, flogen davon und der Notenständer fiel unter tosendem Applaus der Gegendemonstrant*innen um. Abgetrennt durch eine Polizeikette und umringt von hunderten Gegnern, versuchte Hasselbach seine immer gleiche Rede zu halten. Von dieser konnte man jedoch nahezu nichts verstehen, was Phillip Hasselbach sichtlich auf die Nerven ging.

Am Tag zuvor hatte der Radiomoderator Matthias Matuschik auf Facebook dazu aufgerufen, gegen die Nazis zu demonstrieren und sicherlich zu einem erfolgreichen Gegenprotest beigetragen. Die Polizei versuchte immer wieder die Transparente der Gegendemonstrant*innen zu entreißen, die ihnen angeblich die Sicht versperren würden. Diese ließen jedoch nicht locker und durften ihre Transparente letzten Endes weiter hoch halten.
Der Tag hat gezeigt, dass Die Rechte mit Ihrer Hetze und Polemik gegen Flüchtlinge, Migrant*innen, Politik und Gesellschaft keinen Anklang finden und für die Münchner keineswegs eine politische Alternative ist.

Bildergalerie: