Der III. Weg marschiert durch Ingolstadt

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Der bayernweite Aktionstag des III. Wegs am 9. April nahm in Ingolstadt sein Ende. Rund 80 Neonazis marschierten fünf Stunden durch die Ingolstädter Innenstadt, stets begleitet von einem lautstarken Gegenprotest.

Mit knapp einer Stunde Verspätung trafen die Neonazis beim Startpunkt des Aufmarsches in einer kleinen Nebenstraße ein. Nach dem Verlesen der Auflagen durch Martin Bissinger (Stützpunktleiter Der III. Weg Schwaben) stellten sich die Neonazis zur Demonstration auf. Konstant begleitet wurde die Demonstration von mindestens sechs Aktivist*innen des III. Wegs, die teilweise mit Presseausweisen ausgestattet waren und Gegendemonstrant*innen und Pressevertreter*innen abfilmten.

09.04.16 Ingolstadt - Der III. Weg Demonstration
Der III. Weg Aufmarsch zieht durch Ingolstadt

Im Takt der Trommeln und unter lauten „Frei, sozial und national“- und „Nationaler Sozialismus jetzt!“-Rufen zog Der III. Weg über die Konrad Adenauer Brücke in Richtung Innenstadt. Mehrere hundert Gegendemonstrant*innen hatten sich hier mit Transparenten und Plakaten am Straßenrand positioniert und pfiffen die Der III. Weg Aktivist*innen aus. Gleichzeitig flogen immer wieder Wasserbomben in Richtung der Neonazis, die sich sichtlich zusammen reißen mussten. Auf Höhe der Ludwigstraße wurde der Aufmarsch durch eine kleine Blockade gestoppt und die Neonazis mussten sich eine halbe Stunde die Beine in den Bauch stehen. Die Pause überbrückte Karl-Heinz Statzberger (Der III. Weg Stützpunktleiter München, verurteilter Rechtsterrorist) mit seiner Rede, die jedoch im Pfeifkonzert unterging.

Der III. Weg konnte eine Zeit lang blockiert werden.
Der III. Weg konnte eine Zeit lang blockiert werden.

Neonazis versuchen durch Polizeikette zu brechen

Umzingelt von hunderten Gegendemonstrant*innen und mehreren Polizeireihen versuchten die Neonazis ihren Marsch auf eigene Faust durchzusetzen. Der klägliche Versuch mit dem Fronttransparent durch eine Polizeikette durchzubrechen wurde jedoch bald wieder aufgegeben und man begab sich brav zurück in Reih und Glied. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein, um die teilweise vermummten Neonazis zurück zu halten. Lediglich zwei Der III. Weg Aktivisten starteten im Anschluss noch einen zweiten Versuch. Diesmal gingen sie jedoch mit ihren Holzschildern auf Gegendemonstrant*innen los, die jedoch klar in der Überzahl waren und den Neonazis die Schilder entrissen und diese zu Kleinholz verarbeiteten.

09.04.16 Ingolstadt - Der III. Weg Demonstration
Der III. Weg Aktivisten versuchen eine Polizeikette zu druchbrechen

Die Polizei trug im Anschluss die Sitzblockierer*innen zur Seite, so das die Neonazis ihren Marsch fortsetzen konnten. Auf die Räumung einer weiteren Sitzblockade auf der Proviantstraße wollten die Rechtsextremisten dann nicht mehr warten und stimmten dem Vorschlag der Polizei zu, die Blockade zum umlaufen.

Am Paradeplatz hielt man eine weitere Kundgebung ab, bei der als Redner erneut Martin Bissinger und Der III. Weg Stützpunktleiter Ostbayern Walter Strohmeier auftraten. Mehrfach flogen dabei Gegenstände in Richtung der Neonazis und verfehlten diese nur knapp.

Anschließend marschierten die Neonazis wieder Parolen rufend wie “Antifa heißt Kapitulation, Ruhm und Ehre der deutschen Nation“ und „Arbeitsplätze zuerst für Deutsche!“ durch die Innenstadt zurück zum Startpunkt. Mit dem Sonnenuntergang wirkte die Demonstration, die nun das Donauufer entlang zog, immer bedrohlicher. Gestützt wurde dieser Eindruck durch den martialisch anmutenden Trommelschlag, nach dessen Takt die Neonazis marschierten.

09.04.16 Der III. Weg Demonstration Ingolstadt

Insgesamt ist aber festzustellen, dass trotz der kurzfristigen Anmeldung des Aufmarsch ein beachtliche Anzahl an Gegendemonstrant*innen zusammen kam und die Demonstration nicht unbeantwortet ließen. Ein unkommentiertes Schaulaufen der bayerischen Neonaziszene war dadurch nicht möglich, für die Neonazis war es eher ein stundenlanges Rumgestehe.

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