Der III. Weg – kein Erfolg im Münchner Norden

Artikel und Bildergalerie

Gerade einmal 40 Teilnehmer*innen versammelten sich am 15. August zur Kundgebung der extrem rechten Partei Der III. Weg vor dem MIRA Einkaufszentrum im Stadtteil Milbertshofen-Am Hart in München.

Zuvor war die Versammlung monatelang durch Mobilisierungsvideos und Artikel auf der Webseite von Der III. Weg und auf Facebook beworben worden, und etwa 80 Personen hatten ihre Teilnahme zugesagt. Am Kundgebungsort stellten sich die Teilnehmer*innen in einem durch Hamburger Gitter abgesperrten Bereich mit mehreren Transparenten und Fahnen auf.

Neonazi mit Presseausweis?

Der verurteilte Rechtsterrorist Thomas Schatt (Der III. Weg München) reiste zusammen  mit den Neonazis an, trat jedoch auf der Kundgebung  erneut als Pressevertreter auf. Er hatte sich eine grüne Pressearmbinde umgebunden, bewegte sich frei außerhalb des abgegitterten Bereichs und filmte Gegendemonstrant*innen mit einem Camcorder. Mehrere Gegendemonstrant*innen beschwerten sich lautstark darüber, dass Thomas Schatt keine richtige Pressearbeit betreiben, sondern nur Bilder von politischen Gegner*innen sammeln würde, um diese auszuspähen und später zu diffamieren.

Daraufhin kam es  zu einem Gerangel, bei dem Schatt mehrere Gegendemonstrant*innen zurück stieß. Unterstützt wurde er hierbei von seinen Kamerad*innen innerhalb des abgesperrten Bereichs, die immer wieder in Richtung Gegendemonstrant*innen schlugen. Erst als die Polizei die Neonazis zurück drängte und Thomas Schatt ebenfalls in den Käfig brachte, beruhigte sich die Lage. Als Redner traten Walter S. und Martin B. auf, die in ihren von völkischem Nationalismus geprägten Redebeiträgen gegen Geflüchtete und Migrant*innen hetzten.

15.08.15 München - Der III. Weg Kundgebung
Am Transparent mit Fahne der Stadt München: Peter M. (stellvertretender Kreisvorsitzender Die Rechte Rosenheim)

Verbindungen zwischen Pegida München und der Neonaziszene

Die Kundgebung kann als Niederlage für die Partei Der III. Weg gewertet werden.  Eins hat sie aber gezeigt: mehrere Anhänger*innen der Pegida Bewegung haben sich entweder in den letzten Monaten weiter radikalisiert oder zeigen erst jetzt ihre wahres politisches Gesicht. Mehrerer Teilnehmer*innen der Kundgebung, darunter Vince H., Maria W. (Die Freiheit) und Marion B. (Die Freiheit), waren zuvor wochenlang als scheinbar besorgte Bürger bei Pegida München mit marschiert und treten nun offen bei extrem rechten Kundgebungen auf.

Rolf H., der sonst zum rechtspopulistischen Umfeld der Partei Die Freiheit zählt, war ebenfalls auf der Kundgebung zu sehen. Als er jedoch von einigen Gegendemonstrant*innen erkannt wurde, wechselte er schnell die Straßenseite und tauchte für den Rest der Veranstaltung nicht mehr auf.

Zu den weiteren Teilnehmer*innen der Kundgebung zählten: Petra K. (Brigade Giesing), Peter M. (stellvertretender Kreisvorsitzender Die Rechte Rosenheim), Pierre F. P. (Der III. Weg München), Andreas R. (Der III. Weg Niederbayern), Benjamin H. (Der III. Weg Berchtesgadener Land), Mathias H. (Der III. Weg Berchtesgadener Land), Alexander D. (Der III. Weg Berchtesgadener Land)

15.08.15 München - Der III. Weg Kundgebung

Dass der Stadtteil Hasenbergl ein sozialer Brennpunkt ist und hier reale Probleme wie Alltagsrassismus und eine vermeintliche Angst vor Überfremdung durch Ausländer besteht, wurde schnell klar. Einige betrunkene Anwohner hatten sich rund um die Kundgebung versammelt und provozierten die anwesenden Antifaschist*innen mit rassistischen Aussagen und es kam kurzzeitig zum Gerangel.

Allerdings waren auch etwa 150 Bürger*innen, Antifaschist*innen und Antirassist*innen verschiedenster Parteien und Organisationen anwesend, die sich den Neonazis lautstark in den Weg stellten. Die Polizei nahm auch diesmal einen Antifaschisten gewaltsam fest, nach einer Personalienfeststellung konnte dieser jedoch wieder gehen.

Am Ende der Kundgebung wurden die Neonazis von der Polizei in die U-Bahn und zu ihren Autos begleitet. Während der Kundgebung waren immer wieder zwei schwarz gekleidete Gestalten auf dem Dach des MIRA Einkaufszentrums zu erkennen, die die Kundgebung mit Videokamera und Fotoapparat mit Teleobjektiv dokumentierten. Wer diese Personen waren, konnte nicht geklärt werden.

Bildergalerie: