AfD Kundgebung gegen „Open Border Kongress“

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16.10.15 München - AfD Kundgebung vor den Münchner Kammerspiele Header
Vom 16. bis zum 18. Oktober fand in den Münchner Kammerspielen der Open Border Kongress statt. Ein Anlass für die AfD zu einer Gegenkundgebung am 16. Oktober aufzurufen.

Die Teilnehmer*innen stellten sich während des Kongress die wichtigsten Fragen zu einer humaneren Flüchtlingspolitik: „Welche Alternativen gibt es zu der mörderischen Grenzpolitik Europas? Wie können Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete gemeinsam tätig werden? Welche inneren und äußeren Grenzen müssen wir verändern oder einreißen, um eine Gesellschaft der Offenheit und Vielfalt entstehen zu lassen?“

Als Persiflage auf die politische Kriminalisierung von Fluchthelfer*innen hatte das Theater zusätzlich die 2. Internationale Schlepper- und Schleusertagung (ISS) inszeniert. Die Tagung trat nach außen auf wie eine Wirtschaftsmesse, bei der sich die wichtigsten Unternehmen und Organisationen rund um das Thema Schleppen und Schleusen präsentieren. Auch hier soll ein gesellschaftlicher Diskurs darüber angestoßen werden, wie geflüchteten überhaupt die Möglichkeit gegeben werden kann nach Deutschland zu kommen.

16.10.15 München - AfD Kundgebung vor den Münchner Kammerspielen
Lichtinstallation anläßlich des Open Border Kongress der Münchner Kammerspiele

All das war ein gefundenes Fressen für die Partei Alternative für Deutschland (AfD), die zu einer Kundgebung gegen die beiden Veranstaltungen aufrief. So kam es, dass sich ca. 30 AfDler*innen an der Bushaltestelle in der Maximilanstraße einfanden und dort einen Infostand gegenüber den Münchner Kammerspielen aufbauten. Während einige von ihnen Flyer mit dem Titel „Schleppen und Schleusen tötet!“ rund um das Theater verteilten, las ein Redner den Flyer alle paar Minuten mit einem Megaphon vor. Er verurteilte die künstlerische Inszenierung der ISS als „Geschmacklos“, denn Schlepper und Schleuser seien ja schließlich „kriminell und skrupellos“ und hätten unzählige Opfer auf ihrem Gewissen. Auch die kleinbürgerlichen Ängste der AfD kamen zum Vorschein, die eine „Destabilisierung Deutschlands“ durch die „hohe Zahl von Immigranten“ befürchtet und nicht zuletzt Schlepper und Schleuser als dafür verantwortlich sieht.

16.10.15 München - AfD Kundgebung vor den Münchner Kammerspielen
AfD Kundgebung in der Maximilianstraße

Auch einige Pegida München Demonstrant*innen und Führungsfiguren trafen nach und nach am Infostand ein und wurden freundlich begrüßt. Unter anderem waren die Pegida München Vorstände Heinz Meyer und Birgit Weißmann und der Pegida-Dauerdemonstrant Rolf H. zu sehen. Heinz Meyer hatte es in den letzten Wochen immer wieder in die Schlagzeilen geschafft, da gegen ihn ein Verfahren wegen des Verdachts der Bildung einer terroristischen Vereinigung läuft. Dies zeigt deutlich, wie kurz der Weg von der AfD zum rechten Rand ist.

16.10.15 München - AfD Kundgebung vor den Münchner Kammerspielen Heinz Meyer
Rechts im Hintergrund: Pegida München Vereinsvorstand Heinz Meyer

Abschließend lässt sich sagen, dass die polarisierende Taktik der Münchner Kammerspiele aufgegangen ist. Auch abseits der Veranstaltung wurde ein Diskurs über das Thema Flucht, Umgang mit geflüchteten in Deutschland und Schleppen und Schleusen angestoßen. Die AfD hingegen kam mit ihren Parolen und Flyern bei den vorbeigehenden Passant*innen nicht so richtig an. München ist und bleibt eine Wellstadt mit Herz, in der rassistische Ressentiments nichts zu suchen haben.

Zu den weiteren Kundgebungsteilnehmern zählten: Dirk D. (Ehemaliger AfD-Spitzenkandidat bei der Europawahl), Dirk H. (Pegida München Demoteilnehmer), Thomas F. (AfD-Pressereferent Oberbayern) und Benjamin N. (Stellv. Ex-Vorsitz AfD Jugendorganisation und früher Burschenschaft Danubia).